Schmuck & Uhren

Dubai Watch Week 2025

Das Uhrenfestival, das luxuriöse Zeitmessung neu definiert hat

Wenn: 19. bis 23. November 2025
WoDubai

Am Fuße des beleuchteten Burj Khalifa fand eine fünftägige Uhrenmesse statt, wie sie vor zehn Jahren nur wenige in der Welt des Luxus erwartet hätten. Was 2015 als bescheidene Uhrenfeier begann, hat sich zu einem globalen Meilenstein der Uhrmacherkunst entwickelt, einem Ort, an dem Schweizer Meister ihres Fachs mit Sammlern, Künstlern und kulturprägenden Denkern zusammentreffen. Die diesjährige siebte Ausgabe der Dubai Watch Week zog mehr als 90 Marken und fast 50.000 Besucher an, was einen dramatischen Sprung gegenüber der letzten Ausgabe darstellt und ihren Platz in der globalen Bedeutung direkt hinter der Watches & Wonders in Genf festigt.

Im Gegensatz zu traditionellen Messen, bei denen Geschäftsabschlüsse im Vordergrund stehen, wurde die Dubai Watch Week als inklusives, lehrreiches und erlebnisreiches Event konzipiert, mit freiem Eintritt und offenem Dialog zwischen Herstellern und Enthusiasten. Es war ein Festival mechanischer Herzschläge und tickender Sekunden, ein Ort, an dem die Zukunft einer traditionsreichen Branche in lauten, offenen Räumen unter dem Wüstenhimmel diskutiert wurde.

Die Größen der Schweizer Uhrenindustrie betreten die Bühne

Einer der Hauptgründe, warum die Welt letzten Monat auf Dubai blickte, war nicht nur die Anzahl der vertretenen Marken, sondern auch das Gewicht der dahinterstehenden Persönlichkeiten.

Jean-Frédéric Dufour, der selten in der Öffentlichkeit auftritt, hielt gemeinsam mit Abdul Hamied Seddiqi, dem Vorsitzenden von Ahmed Seddiqi & Sons, eine Grundsatzrede. Die Anwesenheit von Dufour unterstrich die wachsende Bedeutung Dubais als strategische Plattform außerhalb der Schweiz.

Die allererste CEO-Gesprächsrunde: Die Horology Edition präsentierte einige der einflussreichsten Persönlichkeiten der Branche, darunter Georges Kern von Breitling, Ilaria Resta (Audemars Piguet), Karl-Friedrich Scheufele (Chopard) und Julien Tornare von Zenith – eine seltene Zusammenkunft der besten Köpfe der Schweiz.

Mit diesen Persönlichkeiten auf der Bühne waren die Gespräche strategisch, offen und unausweichlich zukunftsorientiert – und nicht nur werbetechnischer Natur. Sie offenbarten Risse und Bestrebungen in einer Branche, die sich mit veränderten Konsumgewohnheiten, der globalen Wirtschaft und aufkommenden digitalen Grenzen auseinandersetzen muss.

Wichtige Erkenntnisse aus der PodiumsdiskussionMehr als nur Zeitmessung

In mehr als 50 Podiumsdiskussionen und Workshops reichten die Diskussionen der Woche von Handwerk bis Kultur; dabei kristallisierten sich Themen heraus, die weit über die Uhrmacherkunst hinausgehen.

  1. Jetzt ist es Zeit zu handeln
    Während der Eröffnungsrede des Horology Forums sprachen Dufour und Seddiqi über die Dringlichkeit von Innovation und Relevanz. Es handelte sich weniger um ein Verkaufsgespräch als vielmehr um einen strategischen Aufruf zum Handeln, eine Erkenntnis, dass sich die mechanische Uhrmacherkunst in Bezug auf Erfahrung und Verbindung weiterentwickeln muss, wenn sie florieren soll.
  2. Luxus im Zeitalter des Hypes
    Panels wie “Wenn Labubu den Birkin schlägt”untersuchte, wie Luxusmarken, darunter auch Uhrenhersteller, ein Gleichgewicht zwischen Tradition und einer neuen Welle kultureller Aktualität finden müssen. Authentisches Storytelling und Echtheit erwiesen sich als zentral für langfristige Relevanz.
  3. Identität in einem launischen Markt
    Branchenführer wie Jean-Claude Biver und Medienvertreter wie Wei Koh diskutierten darüber, wie Marken inmitten sich wandelnder Trends eine zeitlose Identität bewahren können.
    Der Konsens: Das Erbe allein reicht nicht aus, es muss mit einer mutigen, kohärenten Vision einhergehen.

Mehr als nur Uhren, ein lebendiges Museum des Handwerks

Während in den Forumräumen lebhafte Diskussionen stattfanden, vibrierten die Hallen vor greifbaren Meisterwerken. Schweizer Uhrenmarken der Spitzenklasse, von den landrover-Innovationen von Rolex bis hin zur Royal Oak Perpetual Calendar aus Titan zum 150-jährigen Jubiläum von Audemars Piguet, waren ausgestellt und boten Sammlern und Neulingen gleichermaßen ein Fest für die Sinne.

Auch unabhängige Uhrmacher und avantgardistische Designer fanden hier eine Bühne. Die Besucher tauschten Geschichten darüber aus, wie sie Gründer getroffen, seltene Stücke anprobiert und direkt von Handwerkern gelernt hatten – Momente, die auf geschlossenen Fachmessen unmöglich gewesen wären.

Zahlen, die eine Geschichte erzählen

  • Über 90 teilnehmende Marken, was einem Anstieg von fast 50% gegenüber 2023 entspricht.
  • 50.000 Besucher über fünf Tage hinweg, darunter erfahrene Sammler, Führungskräfte und kulturelle Einflussnehmer.
  • Über 100 Branchenführer Teilnahme an Podiumsdiskussionen, von CEOs bis hin zu kreativen Denkern.

Es war eine Umgebung, in der das Geschwätz an den Ausstellungstüren nicht aufhörte, eine lebendige Gemeinschaft von Enthusiasten, die Verbindungen knüpften, die das nächste Jahrzehnt der Uhrenkultur beeinflussen werden.

Lehren, die die Uhrenwelt weiterführen wird

Aus dem Trubel und den Erkenntnissen der Dubai Watch Week ergeben sich mehrere strategische Veränderungen für die Schweizer Luxusuhrenindustrie:

  • Setzen Sie auf Gemeinschaft statt Exklusivität: Ein offener Dialog mit Sammlern schafft eine lebenslange Markentreue, die weit über Hochglanzanzeigen hinausgeht.
  • Kultur ergänzt Handwerk: Regional inspirierte Kooperationen und kulturell nuancierte Erzählkunst sind wichtig.
  • Führungsrolle im Dialog, nicht nur in der Produktion: CEOs und Kreativleiter, die an offenen Foren teilnehmen, fördern Glaubwürdigkeit und Vordenkerrolle.
  • Bildung fördert die Wertschätzung: Workshops und Meisterkurse helfen dabei, komplexe Uhrmacherkunst für ein neues Publikum zu entmystifizieren.

Ein Blick auf die Dubai Watch Week 2026

Noch bevor die DWW 2025 zu Ende ging, war die Vorfreude auf die Dubai Watch Week 2026 bereits groß. Sowohl die Organisatoren als auch die Teilnehmer deuteten an, dass die Veranstaltung aufgrund ihrer zunehmenden Dynamik und globalen Bedeutung möglicherweise von einem zweijährigen zu einem jährlichen Rhythmus übergehen könnte. Branchenbeobachter erwarten eine stärkere Integration digitaler Plattformen, von virtuellen Präsentationen bis hin zu Augmented-Reality-Erlebnissen, da sich die Uhrenhersteller an die hybride Welt anpassen, in der sich die Anhänger heute bewegen. Sammler drängen die Marken außerdem dazu, sich stärker auf Nachhaltigkeit zu konzentrieren, einschließlich der Verwendung von Materialien aus verantwortungsvollen Quellen und der Hervorhebung der langfristigen Pflege mechanischer Zeitmesser.

Final Tick: Warum Dubai jetzt wichtig ist

Die Dubai Watch Week hat das geschafft, was nur wenige erwartet hatten: Sie hat die weltweite Debatte über Uhren aus den rein schweizerischen Vorstandsetagen herausgeholt und zu einem kulturellen Knotenpunkt gemacht, an dem die Ambitionen des Nahen Ostens auf jahrhundertealtes Schweizer Handwerk treffen. Wie Jean-Frédéric Dufour, Georges Kern, Ilaria Resta, Karl-Friedrich Scheufele und Julien Tornare auf der Bühne bewiesen haben, geht es in der Welt der Uhren nicht nur darum, die Zeit zu messen, sondern auch darum, die Momente zu verstehen, die uns prägen, und die Art und Weise, wie wir über Zeit und Raum hinweg miteinander verbunden sind. Für die Schweizer Luxusuhrenindustrie ist die Dubai Watch Week nicht nur eine weitere Veranstaltung, sondern mittlerweile ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft.